Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA – Hinweise

12. August 2026

So gehst du beim Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA am besten vor. Die Hinweise kommen direkt von Vectorworks Deutschland.

Eine saubere Modellierung im Autorenmodell bildet das Fundament für eine fehlerfreie IFC-Datenübernahme und damit die beste Grundlage für den Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA.

Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA – Hinweise

Folgende grundlegenden Strukturanforderungen werden empfohlen:

Grundlagen & Modellstrukturierung für den Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA

Benutzung der Geschosse: Ordne alle Bauteile über Referenzhöhen und Geschosse in der Organisationsstruktur zu.

Architektur Standardwerkzeuge: Verwende Standardobjekte wie Wand, Fenster, Tür, Boden/Decke etc. So werden die Bauteile automatisch richtig klassifiziert. Zeichne Fundamente mit dem Wand-Werkzeug und klassifiziere sie dann manuell als Wand = IFC Wall.

Mehr Infos findest du in der Modellierungsrichtlinie Vectorworks.

4 Kernanforderungen für den IFC-Transfer

Damit Vectorworks korrekte IFC-Dateien exportiert, musst du beim Export diese vier Daten-Ebenen konsequent vorbereiten. So können andere Programmen die IFC-Dateien richtig interpretieren. Das ist auch Grundlage für den Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA.

KriteriumBeschreibung / ZweckBeispiel
1. IFC EntityKorrekte Hauptklasse für den Objekt-Typ.IfcWall, IfcSlab, IfcCovering
2. PredefinedTypeUnterscheidung, ob bspw. eine Boden/Decke eine Abhangdecke oder ein Fußbodenaufbau istFLOORING/CEILING für IfcCovering
3. Pset_CommonAllgemeine technische Merkmale sowie Zuordnung, ob Bauteile bspw. außenliegend (IsExternal) oder tragend sind (LoadBearing)Pset_WallCommon, Pset_CoveringCommon
4. ExportOptionsSteuerung mehrschichtiger Bauteile über Export Options –  Auslesen von Mengen einzelner Schichten bei mehrschichtigen Bauteilen  ‚Export by Components = WAHR‘ in den ExportOptions

Steuerung mehrschichtiger Bauteile (Export Options) für den Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA

Mehrschichtige Wände, Dächer und Boden/Decken erfordern eine gezielte Übergabe ihrer Einzelschichten. Nur so erhalten die einzelnen Schichten die notwendigen Informationen zu Mengen und Massen.

Einrichtung der Export Options im Vectorworks Datenmanager

  1. Bauteil auswählen: Mehrschichtige Wand aktivieren und Menü Extras > Datenmanager aufrufen.
  2. Option hinzufügen: Unter der aktiven Entity (z. B. IfcWall) auf ‚Daten hinzufügen‘ klicken, nach ‚Option‘ suchen und ‚ExportOptions‘ hinzufügen.
  3. Modus wählen: Struktur aufklappen und die Option ‚Export by Components‚ (!) auswählen.
  4. Aktivierung: Doppelklick auf ‚Export by Components‘ > Zuweisungskriterium auf ‚Fester Wert (Boolean)‘ stellen > Wert auf ‚Wahr‘ setzen.

So unterscheiden sich die Export-Methoden

  • Export by Components (Empfohlen): Der Wand-Container bleibt erhalten, die einzelnen Schichten werden als separierte Komponenten im Container exportiert. Ideal für Partnerprogramme wie Nova AVA.
  • Export Separate Instances: Zerlegt das Bauteil in voneinander unabhängige Einzelwände (4 Schichten = 4 einzelne IFCWalls). Nur in Ausnahmefällen sinnvoll.


Wichtiger Hinweis: Die ExportOptions mit der Option ‚Export by Components = WAHR‘ müssen zwingend für die zwei Bauteiltypen Wand und Dach konfiguriert werden.

Bei Boden/Decke ist das nicht nötig, wenn die tragende Decke nur eine Schicht beinhaltet und die Fußbodenaufbauten als IfcCovering umgestellt werden – siehe nächster Punkt.

Achtung bei Fußbodenaufbauten und Dachaufbauten: kriteriumsbasierte Zuweisung von IFC-Entities (Beispiel: IfcCovering)

Während Standardbauteile wie Fenster (IfcWindow), Türen (IfcDoor) oder tragende Decken (IfcSlab) ihre Entity automatisch erhalten, müssen Fußboden- und Dachaufbauten manuell als IfcCovering klassifiziert werden.
So erstellst du einen Zuweisungsfilter für Fußbodenaufbauten:

  1. Filter anlegen: Im Datenmanager eine ‚Neue kriteriumsbasierte Zuordnung…‘ erstellen.
  2. Suchkriterium: Klasse = z.B. ‚AR-Bauteil-Bodendecke-Fußbodenaufbau‘ (sowie ggf. Dachaufbau) festlegen.
  3. Zuweisung: Entity ‚IfcCovering‘ und Property Set ‚Pset_CoveringCommon‘ als Daten hinzufügen.
  4. PredefinedType: Über eine „Zuordnung‘ den PredefinedType dynamisch auf die Objektdaten(‚Funktion‘) mappen.
  5. Funktion festlegen: In den ‚Boden/Decke-Daten…‘ unter Funktion die ‚Eigene Funktion‘ bspw. ‚FLOORING‘ eintragen.

Durchführung des IFC-Exports aus Vectorworks

Wenn alle Datenmanager-Einstellungen getätigt sind, wird der Export vorbereitet.

Exporteinstellungen (Datei > Export > IFC-Projekt):

  • IFC-Version: IFC4 mit der Modellansicht Reference View (Referenzmodellansicht).
  • Mengenermittlung – Base Quantities: ✔ Checkbox aktivieren (Export aller relevanten Bauteilmengen).
  • Raumbegrenzung – 1st Level Space Boundaries: ✔ Checkbox aktivieren (Für Raum- und Flächenanalysen in Nova AVA).
  • Eigene Eigenschaftensets (Custom Psets) exportieren: ✔ Checkbox aktivieren.
  • Ebenenstruktur: Wird automatisch aus der Geschossstruktur übernommen.

Workflow-Empfehlungen & Best Practice

  • Autorensoftware vs. Zielsoftware: Generell sollte die Vorstrukturierung stets in Vectorworks erfolgen. Dies gewährleistet ein qualitativ hochwertiges IFC-Modell für Bauherren, Fachplaner und das spätere Facility Management (FM).
  • Weiterführende Dokumentation: Nutze die offizielle Vectorworks-Modellierungsrichtlinie.
  • Das IFC-Whitepaper von Vectorworks bietet noch mehr Informationen zum Datenaustausch.
  • Weitere Hilfe: Für weitere Unterstützung steht dir das Vectorworks BIM-Consulting zur Verfügung.

Gutes Gelingen für deinen Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA!