So gehst du beim Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA am besten vor. Die Hinweise kommen direkt von Vectorworks Deutschland.
Eine saubere Modellierung im Autorenmodell bildet das Fundament für eine fehlerfreie IFC-Datenübernahme und damit die beste Grundlage für den Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA.
Folgende grundlegenden Strukturanforderungen werden empfohlen:
Grundlagen & Modellstrukturierung für den Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA
Benutzung der Geschosse: Ordne alle Bauteile über Referenzhöhen und Geschosse in der Organisationsstruktur zu.
Architektur Standardwerkzeuge: Verwende Standardobjekte wie Wand, Fenster, Tür, Boden/Decke etc. So werden die Bauteile automatisch richtig klassifiziert. Zeichne Fundamente mit dem Wand-Werkzeug und klassifiziere sie dann manuell als Wand = IFC Wall.
Mehr Infos findest du in der Modellierungsrichtlinie Vectorworks.
4 Kernanforderungen für den IFC-Transfer
Damit Vectorworks korrekte IFC-Dateien exportiert, musst du beim Export diese vier Daten-Ebenen konsequent vorbereiten. So können andere Programmen die IFC-Dateien richtig interpretieren. Das ist auch Grundlage für den Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA.
| Kriterium | Beschreibung / Zweck | Beispiel |
| 1. IFC Entity | Korrekte Hauptklasse für den Objekt-Typ. | IfcWall, IfcSlab, IfcCovering |
| 2. PredefinedType | Unterscheidung, ob bspw. eine Boden/Decke eine Abhangdecke oder ein Fußbodenaufbau ist | FLOORING/CEILING für IfcCovering |
| 3. Pset_Common | Allgemeine technische Merkmale sowie Zuordnung, ob Bauteile bspw. außenliegend (IsExternal) oder tragend sind (LoadBearing) | Pset_WallCommon, Pset_CoveringCommon |
| 4. ExportOptions | Steuerung mehrschichtiger Bauteile über Export Options – Auslesen von Mengen einzelner Schichten bei mehrschichtigen Bauteilen | ‚Export by Components = WAHR‘ in den ExportOptions |
Steuerung mehrschichtiger Bauteile (Export Options) für den Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA
Mehrschichtige Wände, Dächer und Boden/Decken erfordern eine gezielte Übergabe ihrer Einzelschichten. Nur so erhalten die einzelnen Schichten die notwendigen Informationen zu Mengen und Massen.
Einrichtung der Export Options im Vectorworks Datenmanager
- Bauteil auswählen: Mehrschichtige Wand aktivieren und Menü Extras > Datenmanager aufrufen.
- Option hinzufügen: Unter der aktiven Entity (z. B. IfcWall) auf ‚Daten hinzufügen‘ klicken, nach ‚Option‘ suchen und ‚ExportOptions‘ hinzufügen.
- Modus wählen: Struktur aufklappen und die Option ‚Export by Components‚ (!) auswählen.
- Aktivierung: Doppelklick auf ‚Export by Components‘ > Zuweisungskriterium auf ‚Fester Wert (Boolean)‘ stellen > Wert auf ‚Wahr‘ setzen.
So unterscheiden sich die Export-Methoden
- Export by Components (Empfohlen): Der Wand-Container bleibt erhalten, die einzelnen Schichten werden als separierte Komponenten im Container exportiert. Ideal für Partnerprogramme wie Nova AVA.
- Export Separate Instances: Zerlegt das Bauteil in voneinander unabhängige Einzelwände (4 Schichten = 4 einzelne IFCWalls). Nur in Ausnahmefällen sinnvoll.
Wichtiger Hinweis: Die ExportOptions mit der Option ‚Export by Components = WAHR‘ müssen zwingend für die zwei Bauteiltypen Wand und Dach konfiguriert werden.
Bei Boden/Decke ist das nicht nötig, wenn die tragende Decke nur eine Schicht beinhaltet und die Fußbodenaufbauten als IfcCovering umgestellt werden – siehe nächster Punkt.
Achtung bei Fußbodenaufbauten und Dachaufbauten: kriteriumsbasierte Zuweisung von IFC-Entities (Beispiel: IfcCovering)
Während Standardbauteile wie Fenster (IfcWindow), Türen (IfcDoor) oder tragende Decken (IfcSlab) ihre Entity automatisch erhalten, müssen Fußboden- und Dachaufbauten manuell als IfcCovering klassifiziert werden.
So erstellst du einen Zuweisungsfilter für Fußbodenaufbauten:
- Filter anlegen: Im Datenmanager eine ‚Neue kriteriumsbasierte Zuordnung…‘ erstellen.
- Suchkriterium: Klasse = z.B. ‚AR-Bauteil-Bodendecke-Fußbodenaufbau‘ (sowie ggf. Dachaufbau) festlegen.
- Zuweisung: Entity ‚IfcCovering‘ und Property Set ‚Pset_CoveringCommon‘ als Daten hinzufügen.
- PredefinedType: Über eine „Zuordnung‘ den PredefinedType dynamisch auf die Objektdaten(‚Funktion‘) mappen.
- Funktion festlegen: In den ‚Boden/Decke-Daten…‘ unter Funktion die ‚Eigene Funktion‘ bspw. ‚FLOORING‘ eintragen.
Durchführung des IFC-Exports aus Vectorworks
Wenn alle Datenmanager-Einstellungen getätigt sind, wird der Export vorbereitet.
Exporteinstellungen (Datei > Export > IFC-Projekt):
- IFC-Version: IFC4 mit der Modellansicht Reference View (Referenzmodellansicht).
- Mengenermittlung – Base Quantities: ✔ Checkbox aktivieren (Export aller relevanten Bauteilmengen).
- Raumbegrenzung – 1st Level Space Boundaries: ✔ Checkbox aktivieren (Für Raum- und Flächenanalysen in Nova AVA).
- Eigene Eigenschaftensets (Custom Psets) exportieren: ✔ Checkbox aktivieren.
- Ebenenstruktur: Wird automatisch aus der Geschossstruktur übernommen.
Workflow-Empfehlungen & Best Practice
- Autorensoftware vs. Zielsoftware: Generell sollte die Vorstrukturierung stets in Vectorworks erfolgen. Dies gewährleistet ein qualitativ hochwertiges IFC-Modell für Bauherren, Fachplaner und das spätere Facility Management (FM).
- Weiterführende Dokumentation: Nutze die offizielle Vectorworks-Modellierungsrichtlinie.
- Das IFC-Whitepaper von Vectorworks bietet noch mehr Informationen zum Datenaustausch.
- Weitere Hilfe: Für weitere Unterstützung steht dir das Vectorworks BIM-Consulting zur Verfügung.
Gutes Gelingen für deinen Vectorworks BIM-Workflow mit NOVA AVA!